Rot-Weiss: Hasan, dein Einstand im Rundbau war schon ein voller Erfolg. Aber kaum haben sich die Mitglieder daran gewöhnt, überraschst du uns mit einem komplett neuen Laden. Wie kam es dazu?
Hasan: (lacht) Naja, ich bin eben nicht der Typ, der lange stillsitzen kann. Von Anfang an war mir klar, dass mein kleiner alter Shop – den ich zwar geliebt habe – für die Zukunft nicht ausreicht. Nach meinen Jahren mit den 5 Geschäften in Düsseldorf und Neuss wollte ich etwas Besonderes für den Rot-Weiss schaffen – und ich glaube, das ist uns gelungen.
Rot-Weiss: Du hast dich also schon vor deinem ersten Arbeitstag um den Umbau gekümmert?
Hasan: Genau. Noch bevor ich am 1. Januar offiziell angefangen habe, habe ich zusammen mit dem Vorstand Pläne entwickelt. Geschäftsführer Robert Haake stand mir dabei sehr zur Seite – an dieser Stelle möchte ich mich auch ausdrücklich bei ihm bedanken. Viele seiner Ideen sind in den neuen Laden eingeflossen. Unterstützt wurden wir außerdem von einem Architekturbüro aus Düsseldorf, spezialisiert auf Fanshops. Die Architektin hat ein Händchen für Sportgeschäfte – und sie liebt den Fünfzigerjahre-Stil. Eine perfekte Kombination für den Umbau!
Rot-Weiss: Es hieß, es gab verschiedene Vorschläge – warum ist es die Premium-Variante geworden?
Hasan: Ganz einfach: Als ich die Premium-Variante gesehen habe, war klar, dass es nur die werden konnte. Die Architektin hat die Eingangshalle detailgetreu aufgegriffen und den Laden perfekt in den 50er-Jahre-Baustil integriert. Das Ergebnis ist dezent, stilvoll und trotzdem modern. Allein die Kugel-Pendelleuchten sind schon ein Hingucker.
Rot-Weiss: Und wie schnell ging das Ganze?
Hasan: Unglaublich schnell! Viele Teile wurden schon über Wochen im Vorfeld gefertigt und vorbereitet, sodass der eigentliche Aufbau in nur zehn Tagen erledigt war. Natürlich war es in dieser Zeit richtig laut – es wurde geklopft und gehämmert, sogar die Tür zur Herrentoilette wurde ja versetzt.
Rot-Weiss: Du wolltest dich vor dem Interview noch daran erinnern lassen, ein besonderes Dankeschön loszuwerden.
Hasan: Genau! Dieses Interview möchte ich nutzen, um mich in erster Linie ganz besonders bei Dr. Wolfgang Schülerzu bedanken. Er hat mit großem Engagement und voller Überzeugung hinter dem Projekt gestanden. Gleichzeitig gilt mein Dank auch Anna Warweg, die mich ebenfalls sehr unterstützt hat, und schließlich dem gesamten Vorstand, der von Anfang an daran geglaubt hat, dass es ein großartiger Umbau wird, der den Verein nach vorne bringt und an dem wir uns alle noch viele Jahre erfreuen werden. Ohne dieses Vertrauen wäre das Projekt nicht möglich gewesen.
Rot-Weiss: Man hört, du hast auch selbst viel Hand angelegt?
Hasan: Ja, die gesamte Inneneinrichtung habe ich mit meinem Ladenbauer entworfen und umgesetzt. Viele Details kommen aus meiner Erfahrung mit den Geschäften in Düsseldorf und Neuss. Ich wollte keinen überladenen Shop, sondern einen hochwertigen Showroom: jedes Schlägermodell einzeln präsentiert, Schuhe genauso – alles minimalistisch, aber mit Substanz. Dahinter steckt natürlich ein cleveres Lagerkonzept. Dazu kommt eine neue Vitrine, in der wir unser Merchandise präsentieren. Dieser Bereich hat sich super entwickelt und macht mir besonders Spaß.
Rot-Weiss: Und neue Services gibt es auch?
Hasan: Richtig. Besonders stolz bin ich auf die Bespannboxen für Tennisschläger. Mitglieder können ihre Schläger jetzt auch außerhalb der Öffnungszeiten abgeben und abholen. Außerdem haben wir eine Automatenzeile eingerichtet – an der Stelle der alten Telefonzellen – mit allem, was man mal dringend braucht: Tennisbälle, Hockeybälle, Griffbänder, Zahnschutz und so weiter. Damit ist der Shop praktisch rund um die Uhr für die Mitglieder da.
Unsere offiziellen Öffnungszeiten sind bewusst auf den Kernverkehr zugeschnitten – werktags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten sorgen die Automaten dafür, dass wichtige Dinge wie Bälle, Griffbänder oder Zahnschutz jederzeit verfügbar sind. Der Sportbetrieb im Rot-Weiss beginnt schließlich frühmorgens und endet oft erst spätabends. Den Shop während dieser gesamten Zeit durchgehend zu besetzen, wäre weder sinnvoll noch realistisch – auch wenn sich das der ein oder andere sicher wünschen würde (schmunzelt).
Rot-Weiss: Der Umbau war sicher nicht günstig. Wie habt ihr das gestemmt?
Hasan: Die gesamten Kosten habe ich selbst übernommen. Viele haben mich gefragt, ob sich das lohnt. Meine Antwort: Ich habe die Pläne bestimmt tausendmal auf Papier gesehen und hätte nie gedacht, dass es in Wirklichkeit so schön wird. Es hat mich selbst umgehauen. Und ja, ich bin überzeugt, dass sich das Projekt auch wirtschaftlich trägt – es geht mir aber nicht “nur” ums Geschäft. Für mich war es auch ein persönliches Projekt: Ich weiß, dass ich hier viele Jahre bleiben möchte, und ich wollte einen Shop schaffen, der Spaß macht – für die Mitglieder und für mich selbst.
Rot-Weiss: Wie haben die Mitglieder reagiert?
Hasan: Die Reaktionen der Mitglieder waren ebenfalls sehr positiv und überwältigend – aber so, dass es mir ab einem gewissen Punkt fast schon unangenehm wurde (lacht). Zu viel Lob ist ab einem gewissen Punkt vielleicht auch nicht mehr gesund :-). Deshalb hoffe ich, dass irgendwann Normalität einkehrt: Ein schöner, funktionaler Shop, den jeder gerne nutzt.
Rot-Weiss: Und was steht als Nächstes auf deiner Agenda?
Hasan: Durch den größeren Laden können wir die Vereinskollektion besser vor Ort anbieten, gleichzeitig läuft aber auch der Online-Service weiter. Und ich freue mich besonders auf ein neues Projekt: Einmal im Monat wird es im Rundbau ein Sport-Outlet geben – mit Top-Marken wie Lacoste, Adidas, Nike, Fila usw.. Dort bieten wir hochwertige Sportartikel an, die gerade frisch aus dem Sortiment genommen wurden. Dank meiner guten Kontakte zu den Sportmarken, können wir diese Stücke zu einem richtig guten Kurs einkaufen – und so zum halben Preis an unsere Mitglieder weitergeben. Ich glaube, das wird richtig gut!
Rot-Weiss: Klingt, als gäbe es wieder viele Gründe zur Vorfreude.
Hasan: Auf jeden Fall! Wir werden jetzt aber erstmal den neuen Laden gebührend feiern – und dann freue ich mich auf viele weitere Aktionen mit den Mitgliedern.



