Rot-Weiss Köln Bundesligavorschau 2021/2022

Von Markus Lehnen
1.Damen KTHC
Vorbereitung und Kader:
Mit Cécile Pieper (zu HGC den Haag) und Nike Lorenz (Studium in Nottingham) verließen im Sommer zwei Nationalspielerinnen den Kader von Cheftrainer Markus Lonnes. Hinzu kommt der schmerzhafte Ausfall von Mittelfeldstammspielerin Julia Busch.  Die 31-jährige gebürtige Wienerin verletzte sich in einem Trainingsspiel schwer am Sprunggelenk und fällt auf unbestimmte Zeit  aus. Die beiden Youngster Liv Maria Arndt (ein Jahr) und Camille Nobis (ein halbes Jahr) stehen den Kölnerinnen, aufgrund eines Auslandsaufenthalts, ebenfalls erst einmal nicht zu Verfügung.
Wieder zurück im Kader sind dafür die lange Zeit verletzten Katharina Hüls und Nika Boenisch. Im sehr jungen Rot-Weiss Kader ist die erfahrene Eckenspezialistin Rebecca Grote erneut die Kapitänin, dazu möchte die 22-jährige Pia Maertens in der neuen Saison mehr Verantwortung tragen ,,Mit 22 Jahren bin ich schon eine der erfahrensten Spielerinnen in unserem Kader. In meiner 2.Saison fühle ich mich richtig in Köln angekommen und möchte mehr Verantwortung übernehmen“, meint die Stürmerin, die in der Vorbereitung vermehrt im Mittelfeld zum Einsatz kam. ,,Im Mittelfeld übernimmt man automatisch mehr Verantwortung, hierzu fühle ich mich bereit, spiele aber auch weiterhin gerne Sturm“, sagt die Olympionikin zu ihrer Rolle im aktuellen Rot-Weiss Team.
Markus Lonnes äußert sich optimistisch über seinen Kader:,, Das ist ein guter, junger und ausgeglichener Kader. Viele Spielerinnen sind flexibel einsetzbar. Die Vorbereitung hatte ihre Hochs und Tiefs.“ Nationalspielerin Pia Maertens fasst die Vorbereitung zufrieden zusammen:,, Natürlich ist der Ausfall von Julia Busch,  vor allem für sie selbst, sehr bitter, aber insgesamt bin ich vor allem mit unserem Auftritt beim Liga-Cup echt zufrieden. Wir haben ein Riesenpotential im Team, müssen uns aber vor allem offensiv erst einmal finden.“

Modus und Ziele:
Wie zuletzt wird die Hockeybundesligasaison in zwei Gruppen mit jeweils sechs Teams ausgespielt. In der Kölner Staffel A befinden sich die die Mannschaften vom Düsseldorfer HC, UHC Hamburg, Uhlenhorst Mülheim, Münchner SC und den Aufsteigerinnen vom TuS Lichterfelde aus Berlin. In jeder Gruppe gibt es gegen die fünf gegnerischen Teams  je Hin- und Rückspiel, während man gegen jedes Team der anderen Staffel einmal spielt. Bis zu den Playoffs absolviert jeder Verein 16 Spiele. ,,Ich finde das zu wenig Spiele und würde mir mehr wünschen“, zeigt sich der Kölner Cheftrainer Markus Lonnes durchaus kritisch. Die Top Vier Teams aus jeder Gruppe qualifizieren sich für das Playoff Viertelfinale Anfang Mai, das im Best-of- Three Modus ausgetragen wird. ,, Ich bin da zwiegespalten, zwar hat das Viertelfinale letzte Saison richtig Spaß gemacht, allerdings finde ich persönlich einen Modus bei dem nach 22 Spielen das beste Team Meister ist etwas fairer“, sagt  Lonnes zum gespielten Modus. Der Meister wird wieder in einem Final Four Turnier an einem Ort im Mai 2022 gekürt.
Mit dem Modus geht einher, dass es vor allem im April und Mai 2022 bei den Playoffs darauf ankommt in Topform zu sein, der dazu nötige Platz Vier in der Staffel  ist für Lonnes definitiv ein Muss, für Pia Maertens geht es deswegen im Herbst, neben spielerischer Entwicklung, vor allem darum in Schlagdistanz zu Platz Zwei in der Staffel zu bleiben, der im Viertelfinale Heimrecht garantiert. Rebecca Grote geht sogar noch etwas weiter:,, Wir haben zwar namhafte Abgänge, aber wir waren letzte Saison im Final Four und möchten da gerne wieder hin. Das wird zwar schwer, unmöglich ist es aber nicht.“ ,,Bezüglich der Entwicklung des Teams ist der Modus vielleicht sehr gut“, fügt Stürmerin Maertens hinzu.  Als große Konkurrentinnen sieht Markus Lonnes vor allem die amtierenden Meisterinnen vom Düsseldorfer HC, die er als stärkstes Team einschätzt und die gerade schon den Liga-Cup vorm Saisonstart gewinnen konnten. Weitere Topteams sind für ihn der Club an der Alster, der Mannheimer HC und UHC Hamburg, ebenfalls stark schätzt er die Damen vom Harvestehuder HTC ein. Bis zum 31.Oktober bestreiten die Kölnerinnen 11 Spiele, Sechs davon im heimischen Rewe Sportpark.

Ligastart:
Für die 1. Damen von Rot-Weiss Köln startet die Bundesligasaison am Sonntag um 12 Uhr bei den Aufsteigerinnen vom Tus Lichterfelde in Berlin. ,,Zum Gegner kann ich nicht viel sagen, erwarte aber einen Sieg“, gibt sich Markus Lonnes optimistisch. Pia Maertens findet, dass die Gegnerinnen ein guter Auftaktgegner sein werden, um in die Saison zu finden.
Einen Stream gibt es Stand jetzt nicht, sollte es einen geben, findet man den Link aber zeitnah auf der Rot-Weiss Homepage.

1.Herren KTHC
Vorbereitung und Kader
Beinahe unverändert geht der von André Henning trainierte amtierende deutsche Meister in die Saison 2021/22. Mit Valentin Esterhues, Vincent Kallrath, Lasse Mink und Moritz Zimmermann verlor Köln lediglich vier Nachwuchstalente, dafür verstärkt mit Frederik Nyström, der von Uhlenhorst Mülheim an den Rhein wechselte, ein weiteres Talent den breiten Kader der Domstädter. ,,Wir haben 27/28 Spieler, die Bundesliga spielen können. Das ist gut und der Modus gibt uns jede menge Chancen den Kader zu entwickeln“, gibt sich Henning hoffnungsfroh. Der Liga-Cup lief zwar mit Platz Sieben und einer verheerenden 0:6 Klatsche gegen den Harvestehuder HTC nicht gut, allerdings waren die Nationalspieler Christopher Rühr, Mats Grambusch, Johannes Große, Timur Oruz (Deutschland), Mink van der Weerden (Europameister 2021 mit den Niederlanden) und Tokio Olympiasieger Vincent Vanasch aus Belgien erst kurz vorher in den Trainingsbetrieb eingestiegen. ,,Das war nicht optimal, aber im Training sieht das schon wieder sehr gut aus“, gibt sich Stürmer Elian Mazkour optimistisch zum Leistungsstand seines Teams. ,,Wir sind absolut eingespielt, müssen uns aber erstmal wieder finden“, fügt Kapitän Mats Grambusch hinzu.

Modus und Ziele
Der Modus ist der gleiche, wie bei den Damen. Zwei Gruppe a Sechs Teams spielen insgesamt 16 Spiele, bevor es zum Playoff Viertelfinale im Best-of- Three Modus kommt. Der deutsche Meister wird in einem Final Four im Mai 2022 ausgespielt. ,,Hierdurch verliert natürlich alles bis zum Viertelfinale etwas an Wert. Als Trainer würde ich mir wünschen, dass eher die Saisonleistung belohnt wird, verstehe aber, dass es der aktuelle Modus besser zu vermarkten ist.“ ,,Das gibt natürlich die Möglichkeit im Herbst eher Handlungs- als Ergebnisziele zu setzten“, sieht Mats Grambusch die Vorteile im Modus, wobei Henning hinzufügt:,, Das eine schließt das andere nicht aus, gute Leistungen gehen mit Siegen einher“. Das Ziel ist für den deutschen Meister laut dem Cheftrainer ganz klar:,, Natürlich ist es das Ziel Platz Eins  in der Staffel zu erreichen und den Titel zu verteidigen. Dazu wollen wir um den EHL Titel an Ostern mitspielen und auch in der Halle in DM und Europokal vorne sein. Es gibt vier Titel, die wollen wir möglichst alle gewinnen und ich denke, dass meine Mannschaft auch das Zeug dazu hat.“ Für Elian Mazkour, der zuletzt dreimal in Folge (zweimal mit Uhlenhorst Mülheim, einmal mit Rot-Weiss Köln) deutscher Feldhockeymeister wurde, steht der Serienmeister im Fußball, Bayern München mit neun Titeln am Stück, als  Vorbild dar. ,,Das wäre natürlich super und das ist auch mein Ziel“, sagt der Kölner Stürmer zu dieser Möglichkeit.
Als große Gegner sehen Mats Grambusch und André Henning die üblichen Verdächtigen von Rekordmeister Uhlenhorst Mülheim und dem Mannheimer HC, aber ,,auch den Berliner HC und vor allem Polo Hamburg muss man auf dem Schirm haben, letztere haben im Kader erneut verbessert“, schätzt Henning die Ligasituation ein.
In der Staffel A geht es für die Domstädter eben gegen den Berliner HC und Polo Hamburg. Hinzu kommen der Club an der Alster, der TSV Mannheim mit Nationaltorwart Alexander Stadler, sowie die Aufsteiger vom SC Frankfurt 1880. Bis zum 31.Oktober bestreitet Rot-Weiss 11 Spiele, Sechs davon im heimischen Stadion.

Ligastart
Los geht es für den deutschen Meister am Sonntag im heimischen Rewe Sportpark um 14 Uhr gegen den Nünberger HTC. ,,Das ist unser erstes Spiel vor Zuschauern seit Oktober 2020, da freue ich mich sehr drauf. Der Gegner ist kämpferisch stark, aber ich erwarte, dass wir da richtig einen abfackeln “, zeigt André Henning die Ziele für Rot-Weiss  am 1.Spieltag auf. ,,Das ist erstmal ein guter Gegner zum Auftakt, den wir natürlich schlagen müssen“, fügt Mats Grambusch hinzu. Eintritt erhalten am Sonntag alle Zuschauer mit den 3G, also Covid- 19 geimpft, getestet oder genesen.

Rot-Weiss Köln Bundesligavorschau 2021/2022